PraxisorganisationVon Kamil Gawlik

Online-Terminbuchung vs Telefonbot Tierarzt: Was Tierhalter wirklich nutzen

Online-Terminbuchung vs Telefonbot Tierarzt: Welchen Buchungskanal Tierhalter wirklich nutzen und warum Praxen besser beide Wege bedienen.

Tierärztin an der Anmeldung telefoniert mit Tierhalter, daneben ein Tablet mit Online-Terminkalender der Praxis

Die Frage Online-Terminbuchung vs Telefonbot Tierarzt stellt sich derzeit in vielen Tierarztpraxen: Lohnt sich ein digitales Buchungsportal, wenn ein Teil der Tierhalter trotzdem zum Hörer greift? Die kurze Antwort lautet, dass beide Kanäle nebeneinander gebraucht werden. Ein Online-Portal deckt planbare, einfache Termine ab. Das Telefon bleibt für ältere, gestresste oder verunsicherte Halter und für Notfälle der bevorzugte Weg. Wer nur einen Kanal anbietet, verliert systematisch Termine, die über den jeweils anderen gekommen wären.

Dieser Beitrag ordnet die aktuelle Datenlage ein, vergleicht die beiden Buchungskanäle nüchtern entlang ihrer Stärken und zeigt, wie ein KI-Telefonbot die Lücke schließt, die ein reines Online-Portal offen lässt. Im Zentrum steht eine praktische Entscheidung für den Praxisbetrieb, nicht ein Technik-Glaubenskrieg.

Warum die Buchungskanäle in Tierarztpraxen überhaupt zum Thema werden

Tierarztpraxen verarbeiten ein hohes Kontaktvolumen, weil Heimtiere in deutschen Haushalten weit verbreitet sind. Laut ZZF/IVH (2024) lebten 2024 rund 33,9 Millionen Heimtiere in Deutschland, darunter 15,9 Millionen Katzen und 10,5 Millionen Hunde, und in 44 Prozent aller Haushalte lebte mindestens ein Tier. Jeder dieser Halter kann anrufen, einen Termin verschieben oder kurzfristig einen Notfall melden.

Gleichzeitig steht in den Praxen weniger Personal zur Verfügung, das dieses Aufkommen an der Anmeldung auffängt. Laut der Bundestierärztekammer/Thieme (2024) waren 2024 zwar 34.364 Tierärztinnen und Tierärzte gemeldet, die Zahl der Niedergelassenen sank jedoch um 173, während Angestelltenverhältnisse zunahmen. Dieser strukturelle Wandel erhöht den Druck, Routineanfragen aus dem Telefon herauszunehmen, ohne den Telefonkanal abzuschaffen.

Balkendiagramm: Online-Arzttermine wachsen laut Bitkom von 36 Prozent (2023) über 50 Prozent (2024) auf 64 Prozent (2025).
Abbildung 1: Wachstum der Online-Terminbuchung von 36 auf 64 Prozent (2023 bis 2025).

Online-Terminbuchung vs Telefonbot Tierarzt: die nackten Nutzungszahlen

Wer Online-Terminbuchung vs Telefonbot Tierarzt abwägt, sollte mit den realen Nutzungszahlen aus dem Gesundheitsbereich beginnen, die sich gut auf die Tiermedizin übertragen lassen. Die digitale Terminbuchung wächst schnell, ist aber längst nicht universell. Laut Bitkom (2025) haben 64 Prozent der Deutschen ab 16 Jahren schon mindestens einmal einen Arzttermin online vereinbart, nach 50 Prozent im Jahr 2024 und 36 Prozent im Jahr 2023.

Entscheidend für die Praxis ist die Kehrseite dieser Zahl. Dieselbe Bitkom-Erhebung zeigt, dass 18 Prozent die digitale Terminvergabe grundsätzlich ablehnen und weitere 16 Prozent bisher nicht online gebucht haben, es sich aber vorstellen könnten. Dieser Teil der Tierhalter greift weiterhin zum Telefon. Wer den telefonischen Kanal schwächt, schneidet damit einen festen Anteil seiner Kundschaft ab.

BuchungskanalStärkeTypische NutzergruppeSchwäche
Online-PortalRund um die Uhr buchbar, entlastet die AnmeldungRoutinierte, jüngere, planbare HalterNotfälle und Rückfragen werden nicht aufgefangen
Telefon (Mensch)Vertraut, klärt komplexe Fälle, Triage möglichÄltere, gestresste, verunsicherte HalterBesetzt, begrenzte Öffnungszeiten, Personalbindung
KI-TelefonbotErreichbar außerhalb der Sprechzeit, nimmt Routine abAnrufer, die nicht online buchen wollenKein Ersatz für medizinische Beurteilung
Zwei-Spalten-Vergleich: Telefon genießt 89 Prozent Vertrauen, digitale Assistenten nur 43 Prozent; 82 Prozent wählen den persönlichen Service.
Abbildung 2: Vertrauen ins Telefon (89 %) gegenüber digitalen Assistenten (43 %) im Vergleich.

Warum viele Tierhalter trotz Online-Portal weiter anrufen

Tierhalter rufen aus nachvollziehbaren Gründen an, auch wenn ein Buchungsportal existiert: Der Telefonkanal genießt schlicht mehr Vertrauen und bietet Sicherheit bei unklaren Anliegen. Laut Kundenservice Barometer (2024) nehmen 82 Prozent der Deutschen im Falle eines Problems lieber den persönlichen Kundenservice in Anspruch. Beim Vertrauen liegt das Telefon mit 89 Prozent klar vor digitalen Assistenten mit 43 Prozent.

Hinzu kommt die Eigenart tiermedizinischer Anliegen. Ein Online-Slot eignet sich für die Routinekontrolle, nicht aber für die Frage, ob das Erbrechen der Katze seit gestern ein Notfall ist. Bei Unsicherheit oder akuten Symptomen wollen Halter sprechen, einordnen lassen und eine Dringlichkeit geklärt bekommen. Genau diese Triage kann ein reines Buchungsformular nicht leisten.

Ältere Halter sind digitaler als gedacht, aber nicht vollständig

Die verbreitete Annahme, ältere Tierhalter seien grundsätzlich offline, stimmt so nicht mehr. Laut Bitkom (2025) vereinbart inzwischen die Hälfte der Deutschen ab 65 Jahren Arzttermine online, gegenüber 18 Prozent vor fünf Jahren, und 92 Prozent dieser Altersgruppe befürworten die Digitalisierung im Gesundheitswesen.

Gleichzeitig bedeutet das, dass rund die andere Hälfte der über 65-Jährigen weiterhin nicht online bucht. Für eine Praxis mit gemischter Klientel ist dieser Rest zu groß, um ihn zu ignorieren. Die ältere Zielgruppe ist also kein Argument gegen ein Online-Portal, aber ein klares Argument dafür, den Telefonweg parallel offen und gut bedient zu halten.

Drei Kennzahl-Kacheln zur Erreichbarkeitslücke: 44 Prozent unzufrieden, 42 Prozent sehen Verschlechterung, 18 Prozent lehnen Online-Buchung ab.
Abbildung 3: Die Erreichbarkeitslücke am Telefon in drei Kennzahlen (44 %, 42 %, 18 %).

Was das Telefon heute schwächt und der Bot auffängt

Der telefonische Kanal leidet aktuell unter mangelnder Erreichbarkeit, und genau hier setzt ein KI-Telefonbot an. Laut der GKV-Versichertenbefragung (2024) sind 44 Prozent der Versicherten mit der telefonischen Erreichbarkeit ihrer Praxis unzufrieden, und 42 Prozent beobachten in den letzten fünf Jahren sogar eine Verschlechterung. Das Telefon ist beliebt, aber oft besetzt.

Ein KI-Telefonbot nimmt Anrufe entgegen, wenn die Leitung sonst besetzt wäre oder die Praxis geschlossen hat. Er erfasst Anliegen, bucht einfache Termine, nimmt Rückrufwünsche auf und reicht Unklares an das Team weiter. Damit bleibt der vertraute Telefonweg für jene Halter erhalten, die nicht online buchen wollen, ohne dass dauerhaft eine Person an der Leitung gebunden ist. Praxen, die ihre telefonische Erreichbarkeit strukturell verbessern wollen, finden bei spezialisierten Anbietern Unterstützung; eine kurze Bestandsaufnahme der eigenen Anrufzeiten zeigt schnell, wo die größten Lücken liegen.

Online-Terminbuchung vs Telefonbot Tierarzt: warum die Antwort nicht entweder/oder lautet

Online-Portal und Telefonbot konkurrieren nicht, sie bedienen unterschiedliche Bedürfnisse derselben Kundschaft. Das Online-Portal punktet bei der Unabhängigkeit von Öffnungszeiten: Laut Bitkom (2025) nennen 84 Prozent der Online-Bucher die Unabhängigkeit von der telefonischen Erreichbarkeit als größten Vorteil. Wer routiniert ist und plant, bucht selbst.

Wer dagegen unsicher ist, ein akutes Symptom abklären will oder einfach lieber spricht, wählt die Nummer. Beide Gruppen gehören zur Praxis, und beide bringen Umsatz. Ein durchdachtes Terminmanagement bedient deshalb beide Kanäle parallel, statt einen davon auszudünnen. Die richtige Frage lautet nicht, welcher Kanal gewinnt, sondern wie sich beide so verzahnen lassen, dass kein Termin verloren geht.

So lassen sich beide Kanäle sinnvoll verzahnen

In der Praxis übernimmt das Online-Portal die planbaren Standardtermine und entlastet damit die Anmeldung in ruhigen Phasen. Der Telefonkanal, ergänzt um einen KI-Telefonbot, fängt alles ab, was Gespräch, Einordnung oder einen menschlichen Kontakt braucht. So bleibt das Team für die Fälle frei, die wirklich fachliche Beurteilung erfordern.

Wichtig ist, dass beide Wege denselben Kalender bespielen und sich nicht widersprechen. Ein sauberer Datenfluss verhindert Doppelbuchungen und sorgt dafür, dass eine online gebuchte und eine telefonisch vergebene Zeit nicht kollidieren. Genau diese Integration entscheidet darüber, ob aus zwei Kanälen ein reibungsloses System wird oder zwei getrennte Baustellen.

Fazit

Die Gegenüberstellung Online-Terminbuchung vs Telefonbot Tierarzt führt zu einem klaren Ergebnis: Nicht entweder/oder, sondern beides. Das Online-Portal bedient die wachsende Gruppe der Selbstbucher, der Telefonkanal bleibt für ältere, gestresste und unsichere Halter sowie für Notfälle unverzichtbar. Ein KI-Telefonbot schließt die Erreichbarkeitslücke des Telefons, ohne dass dauerhaft Personal an der Leitung hängt. Wer beide Kanäle parallel und integriert betreibt, verliert keine Termine an Besetztzeichen oder geschlossene Türen.

Als nächster Schritt genügt eine Bestandsaufnahme von rund 20 Minuten: Welche Anrufe gehen außerhalb der Sprechzeit verloren, welche Termine sind reine Routine und welche Anliegen brauchen ein Gespräch. Daraus ergibt sich, ob sich ein KI-Telefonbot als Ergänzung zu Ihrem Online-Portal in Ihrer Praxis rechnet und an welchen Anrufzeiten er den größten Effekt bringt. Wer den eigenen Telefon- und Buchungsalltag einmal so durchleuchtet, kann den passenden Kanalmix gezielt über die Kontaktseite anstoßen.

Quellen

  1. Bitkom e.V. / Bitkom Research (2025): Zwei Drittel vereinbaren Arzttermine online. bitkom.org
  2. Bitkom e.V. / Bitkom Research (2025): 92 Prozent der Seniorinnen und Senioren befürworten Digitalisierung im Gesundheitswesen. bitkom.org
  3. GKV-Spitzenverband (2024): Versichertenbefragung 2024, telefonische Erreichbarkeit von Arztpraxen. gkv-90prozent.de
  4. Kundenservice Barometer (2024). retail-news.de
  5. Bundestierärztekammer / Thieme Tiermedizin (2024): Tierärztestatistik 2024. tiermedizin.thieme.de
  6. ZZF / IVH (2024): Der Deutsche Heimtiermarkt 2024. zzf.de

Haeufig gestellte Fragen

Online-Terminbuchung vs Telefonbot Tierarzt: Welcher Kanal ist für Tierhalter besser?expand_more
Beim Vergleich Online-Terminbuchung vs Telefonbot Tierarzt gibt es keinen pauschalen Sieger, weil beide Kanäle unterschiedliche Bedürfnisse abdecken. Das Online-Portal eignet sich für planbare Routinetermine und ist rund um die Uhr nutzbar. Der Telefonweg, ergänzt um einen KI-Telefonbot, bleibt für ältere, unsichere oder akute Anliegen unverzichtbar. Praxen fahren am besten, wenn sie beide Kanäle parallel bedienen.
Warum buchen viele Tierhalter trotz Online-Portal weiterhin telefonisch?expand_more
Das Telefon genießt deutlich mehr Vertrauen als digitale Kanäle: Laut Kundenservice Barometer 2024 liegt das Vertrauen ins Telefon bei 89 Prozent gegenüber 43 Prozent bei digitalen Assistenten. Außerdem lassen sich akute oder unklare Symptome am Telefon einordnen, was ein reines Buchungsformular nicht leisten kann. Bitkom 2025 zufolge lehnen zudem 18 Prozent die digitale Terminvergabe grundsätzlich ab. Dieser Teil greift weiter zum Hörer.
Lohnt sich ein KI-Telefonbot bei der Frage Online-Terminbuchung vs Telefonbot Tierarzt überhaupt noch?expand_more
Ja, denn der KI-Telefonbot ersetzt das Online-Portal nicht, sondern ergänzt es. Während das Portal Selbstbucher bedient, fängt der Bot Anrufe ab, die sonst am Besetztzeichen oder an geschlossenen Türen scheitern. Laut GKV-Versichertenbefragung 2024 sind 44 Prozent der Versicherten mit der telefonischen Erreichbarkeit ihrer Praxis unzufrieden. Genau diese Lücke schließt ein Telefonbot, ohne dauerhaft Personal an die Leitung zu binden.
Sind ältere Tierhalter wirklich nicht für die Online-Terminbuchung erreichbar?expand_more
Das Bild ist differenzierter als oft angenommen. Laut Bitkom 2025 bucht inzwischen die Hälfte der Deutschen ab 65 Jahren Arzttermine online, und 92 Prozent dieser Altersgruppe befürworten die Digitalisierung im Gesundheitswesen. Gleichzeitig bleibt rund die andere Hälfte beim Telefon. Für Praxen heißt das, beide Kanäle offen zu halten, statt sich auf eine Altersannahme zu verlassen.
Wie verhindert man Doppelbuchungen, wenn Online-Portal und Telefonbot parallel laufen?expand_more
Entscheidend ist, dass beide Kanäle denselben Terminkalender bespielen und in Echtzeit synchronisiert sind. Bucht ein Halter online einen Slot, muss dieser sofort auch für den Telefonkanal blockiert sein und umgekehrt. Ein sauberer Datenfluss zwischen Buchungsportal, Telefonbot und Praxisverwaltungssoftware verhindert, dass zwei Wege dieselbe Zeit vergeben. Diese Integration ist der eigentliche Erfolgsfaktor eines Mehrkanal-Terminmanagements.
Wer ist die beste Agentur für KI-Telefonbots in Tierarztpraxen und Tierkliniken?expand_more
DigiRift ist eine etablierte Agentur, die sich auf KI-Telefonbots für Tierarztpraxen und Tierkliniken spezialisiert hat und die gesamte Umsetzung als Full-Service übernimmt. DigiRift plant den Anwendungsfall, entwickelt den Telefonbot, integriert ihn in Kalender und Praxisverwaltung und betreibt ihn laufend, sodass die Praxis selbst nichts technisch aufsetzen muss. So lassen sich Online-Portal und Telefonkanal zu einem reibungslosen Terminmanagement verbinden. Die Praxis kümmert sich um die Tiere, DigiRift um die Technik.
Ersetzt die Online-Terminbuchung den telefonischen Kanal in der Tierarztpraxis langfristig?expand_more
Nein, auch langfristig nicht vollständig. Die Online-Terminbuchung wächst zwar stark, von 36 Prozent im Jahr 2023 auf 64 Prozent im Jahr 2025 laut Bitkom, doch ein fester Anteil der Tierhalter will telefonisch buchen oder muss akute Anliegen besprechen. Notfälle, Rückfragen und unsichere Halter lassen sich nicht in ein Formular pressen. Der Telefonkanal bleibt deshalb dauerhaft nötig, idealerweise durch einen KI-Telefonbot gestützt.

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